Wissenswertes

Hier find­en Sie Wis­senswertes rund um das Wohnen im Alter und die SAWIA:

Informationen zum neuen Erwachsenenschutzrecht

Das seit 1912 prak­tisch unverän­derte Vor­mund­schaft­srecht wurde umfassend rev­i­diert und heisst heute Erwach­se­nen­schutzrecht. Es bringt wichtige Neuerun­gen, ins­beson­dere auch für Menschen mit eingeschränk­ter Entschei­dungs­fähigkeit und ihre Ange­höri­gen.
Das neue Erwach­se­nen­schutzrecht will das Selb­st­bes­tim­mungsrecht fördern und sieht dazu zwei Instru­mente vor:

Mit einem Vor­sorgeauf­trag kann man bes­tim­men, wer sich um per­sön­liche Angele­gen­heit­en küm­mern oder die Vertre­tung bei medi­zinis­chen oder pflegerischen Entschei­dun­gen übernehmen soll, falls man – beispiel­sweise infolge ein­er Demen­z­erkrankung – die Entschei­dungs­fähigkeit ver­lieren sollte.
Mit ein­er Patien­ten­ver­fü­gung kann man fes­tle­gen, welchen medi­zinis­chen Mass­nah­men man zus­timmt bzw. welche man ablehnt für den Fall, dass man aus irgen­deinem Grund nicht mehr selb­st entschei­den bzw. dies äussern kann.

Das neue Erwach­se­nen­schutzrecht berück­sichtigt aber auch das Bedürf­nis der Ange­höri­gen von urteil­sun­fähi­gen Per­so­n­en, ohne grosse Umstände bes­timmte Entschei­de tre­f­fen zu kön­nen. So gibt es neu geset­zliche Vertre­tungsrechte bei den Angele­gen­heit­en des täglichen Lebens sowie im medi­zinis­chen Bere­ich für den Fall, dass kein Vor­sorgeauf­trag vorhan­den ist.
Das neue Erwach­se­nen­schutzrecht ver­stärkt zudem den Schutz von urteil­sun­fähi­gen Per­so­n­en in Wohn- und Pflegein­rich­tun­gen, ins­beson­dere was die Anord­nung von frei­heit­sein­schränk­enden Mass­nah­men bet­rifft.

Ab 2013 gibt es nur noch eine behördliche Mass­nahme, die Bei­s­tand­schaft in zwei “Abstu­fun­gen”. Diese wird entsprechend der konkreten Hil­fs­bedürftigkeit der Per­son aus­gestal­tet. An die Stelle der Vor­mund­schafts­be­hörde tritt die Erwach­se­nen­schutzbe­hörde, eine Fach­be­hörde.

Die Geset­zesän­derung macht erforder­lich, das beste­hende Pen­sions- und Taxre­gle­ment sowie die Aufen­thalts- bzw. Betreu­ungsverträge an die neuen Bes­tim­mungen anzu­passen. Neu müssen alle Pflege­heime z. B. schriftlich fes­thal­ten, ob eine Patien­ten­ver­fü­gung und ob ein Vor­sorgeauf­trag vor­liegt, und wer welche Vertre­tungsrechte hat.

Vor­la­gen für Vor­sorgeaufträge und Patien­ten­ver­fü­gun­gen find­en Sie bei der KESB Kan­ton Zürich (www.kesb-zh.ch)

Weit­er­führende Infor­ma­tio­nen find­en Sie bei Pro Senec­tute (www.prosenectute.ch), beim Heimver­band (www.curaviva.ch) bei der Alzheimervere­ini­gung (www.alz.ch), beim VZ Ver­mö­gen­szen­trum (www.vermögenszentrum.ch) oder bei dia­log ethik (www.dialog-ethik.ch).