Wissenswertes 2017-10-18T18:20:48+00:00

Wissenswertes

Hier fin­den Sie Wis­sens­wer­tes rund um das Woh­nen im Alter und die SAWIA:

Informationen zum neuen Erwachsenenschutzrecht

Das seit 1912 prak­tisch unver­än­der­te Vor­mund­schafts­recht wur­de umfas­send revi­diert und heisst heu­te Erwach­se­nen­schutz­recht. Es bringt wich­ti­ge Neue­run­gen, ins­be­son­de­re auch für Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Ent­schei­dungs­fä­hig­keit und ihre Ange­hö­ri­gen.
Das neue Erwach­se­nen­schutz­recht will das Selbst­be­stim­mungs­recht för­dern und sieht dazu zwei Instru­men­te vor:

Mit einem Vor­sor­ge­auf­trag kann man bestim­men, wer sich um per­sön­li­che Ange­le­gen­hei­ten küm­mern oder die Ver­tre­tung bei medi­zi­ni­schen oder pfle­ge­ri­schen Ent­schei­dun­gen über­neh­men soll, falls man – bei­spiels­wei­se infol­ge einer Demenz­er­kran­kung – die Ent­schei­dungs­fä­hig­keit ver­lie­ren soll­te.
Mit einer Pati­en­ten­ver­fü­gung kann man fest­le­gen, wel­chen medi­zi­ni­schen Mass­nah­men man zustimmt bzw. wel­che man ablehnt für den Fall, dass man aus irgend­ei­nem Grund nicht mehr selbst ent­schei­den bzw. dies äus­sern kann.

Das neue Erwach­se­nen­schutz­recht berück­sich­tigt aber auch das Bedürf­nis der Ange­hö­ri­gen von urteils­un­fä­hi­gen Per­so­nen, ohne gros­se Umstän­de bestimm­te Ent­schei­de tref­fen zu kön­nen. So gibt es neu gesetz­li­che Ver­tre­tungs­rech­te bei den Ange­le­gen­hei­ten des täg­li­chen Lebens sowie im medi­zi­ni­schen Bereich für den Fall, dass kein Vor­sor­ge­auf­trag vor­han­den ist.
Das neue Erwach­se­nen­schutz­recht ver­stärkt zudem den Schutz von urteils­un­fä­hi­gen Per­so­nen in Wohn- und Pfle­g­ein­rich­tun­gen, ins­be­son­de­re was die Anord­nung von frei­heits­ein­schrän­ken­den Mass­nah­men betrifft.

Ab 2013 gibt es nur noch eine behörd­li­che Mass­nah­me, die Bei­stand­schaft in zwei „Abstu­fun­gen“. Die­se wird ent­spre­chend der kon­kre­ten Hilfs­be­dürf­tig­keit der Per­son aus­ge­stal­tet. An die Stel­le der Vor­mund­schafts­be­hör­de tritt die Erwach­se­nen­schutz­be­hör­de, eine Fach­be­hör­de.

Die Geset­zes­än­de­rung macht erfor­der­lich, das bestehen­de Pen­si­ons- und Tax­re­gle­ment sowie die Auf­ent­halts- bzw. Betreu­ungs­ver­trä­ge an die neu­en Bestim­mun­gen anzu­pas­sen. Neu müs­sen alle Pfle­ge­hei­me z. B. schrift­lich fest­hal­ten, ob eine Pati­en­ten­ver­fü­gung und ob ein Vor­sor­ge­auf­trag vor­liegt, und wer wel­che Ver­tre­tungs­rech­te hat.

Vor­la­gen für Vor­sor­ge­auf­trä­ge und Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen fin­den Sie bei der KESB Kan­ton Zürich (www.kesb-zh.ch)

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen fin­den Sie bei Pro Senec­tu­te (www.prosenectute.ch), beim Heim­ver­band (www.curaviva.ch) bei der Alz­hei­mer­ver­ei­ni­gung (www.alz.ch), beim VZ Ver­mö­gens­zen­trum (www.vermögenszentrum.ch) oder bei dia­log ethik (www.dialog-ethik.ch).